Die „Big Five“ in freier Wildbahn: Wildtiere beobachten in Limburg

Die „Big Five“ in freier Wildbahn: Wildtiere beobachten in Limburg

Zwar laufen in den Niederlanden keine Elefanten oder Nashörner frei herum. Das bedeutet aber nicht, dass es hier keine wilden Tiere zu entdecken gibt. Die „großen Fünf“ haben viele Menschen noch nie in freier Wildbahn gesehen. Manche von ihnen sind selten, andere scheu. Wer sie, umgeben von ihrem natürlichen Lebensraum, zu Gesicht bekommt, dem verschlägt es vor Glück und Erstaunen die Sprache.

Wildtiere beobachten ist eine eindrucksvolle Erfahrung. Die Provinz Limburg ist der ideale Ort in den Niederlanden, wenn Sie die Big Five beobachten möchten. Mit Wissen, Geduld und etwas Glück bekommen auch Sie die scheuen Tiere zu Gesicht. Ein wenig Hilfe kann dabei jedoch nicht schaden: So ist es immer ratsam, sich gemeinsam mit einem Förster auf die Suche zu begeben. Welche der „großen Fünf“ haben Sie schon entdeckt?

Big Five Nummer1

Der Rothirsch

Wer? Der Rothirsch ist das größte Säugetier auf niederländischem Boden. Im Sommer ist das Fell des Rothirschs rotbraun, im Winter färbt es sich graubraun. Die männlichen Hirsche haben ein imposantes Geweih, das sie jedes Jahr aufs Neue abstoßen. In der Paarungszeit geben brunftige Männchen lautstarke Rufe ab, das sogenannte Röhren.

Wo? In Limburg leben Rothirsche im Weerterbos, einem bewaldeten Naturschutzgebiet an der Grenze zur Provinz Nordbrabant.

Wann? Trotz ihrer Größe sind Rothirsche nur schwer zu entdecken. Tagsüber verstecken sie sich im Wald. Nur früh morgens und abends kommen sie auf die Wiesen, um zu grasen. Während der Brunftzeit im September und Oktober können Sie die männlichen Tiere öfter sehen – auf jeden Fall aber röhren hören.

Wie? Der Teil des Weerterbos, in dem die Rothirsche leben, wird von der „Stichting het Limburgs Landschap“ verwaltet. Diese Stiftung bietet Rothirsch-Touren an.

Big Five Nummer2

Das Wildschwein

Wer? Das Wildschwein gehört, wie der Name bereits verrät, der Familie der Echten Schweine an. Sie haben ein dunkles Fell, sind groß und sehr kräftig. Die männlichen Tiere haben lange Eckzähne und einen Panzer aus Knorpelgewebe, der ihre Brust schützt. Die Ferkel des Wildschweins nennt man Frischlinge oder wegen ihres gestreiften Fells auch „Pyjamaträger“.

Wo? Wildschweine gibt es fast überall in Limburg – seit einigen Jahren sogar zu viele in der Provinz. Eine große Population lebt im Nationalpark De Meinweg.

Wann? Wildschweine können Sie das ganze Jahr über beobachten. Etwa im März werden die kleinen Frischlinge geboren. Aber Vorsicht: Wildschweine mit Frischlingen können sehr aggressiv gegenüber Menschen werden!

Wie? Im Nationalpark De Meinweg findet das ganze Jahr über die Tour „Zwijnen van de Meinweg“ („Wildtiere im Nationalpark De Meinweg“) statt – und Vorfreude macht dieser Försterblog (auf Niederländisch).

Big Five Nummer3

Das Reh

Wer? Das Reh ist eine kleine Art Hirsch mit gleichmäßig sandfarbenem, rot- oder graubraunem Fell. Auffälliges Merkmal des Rehs – sichtbar besonders, wenn es wegrennt – ist sein weißgelbes Hinterteil. Das Fell der kleinen Rehkitze zieren helle Flecken. Rehe sind Wiederkäuer und können große Sprünge machen, wenn sie sich in Gefahr wähnen.

Wo? Rehe leben in Heidelandschaften und bewaldeten Gebieten mit Lichtungen. In Limburg sind Rehe fast überall beheimatet, eine relativ große Population lebt in der Brunssummerheide.

Wann? Rehe kann man das ganze Jahr hindurch beobachten. Die Brunftzeit ist im Juli und August. Ende Mai und Anfang Juni kommen die Rehkitze zur Welt.

Wie? Abends am Waldrand oder in der Dämmerung auf der Heide haben Sie gute Chancen, Rehe zu sehen. Sie müssen aber mucksmäuschenstill sein. Der Verein Natuurmonumenten organisiert gelegentlich Touren durch die Brunssummerheide.

Big Five Nummer4

Der Dachs

Wer? Der Dachs gehört zur Familie der Marder und kann bis zu einem Meter lang werden. Eigentlich sind Dachse Raubtiere, sie wirken aber eher wie Kuscheltiere. Mit seinem plüschigen Fell, dem schwerfälligen Gang und dem schwarz-weißen Kopf ist der Dachs wenig angsteinflößend. Seine plumpe Fortbewegungsart verschreckt die meisten Tiere, deswegen ist der Dachs ein schlechter Jäger. Er ernährt sich vor allem von Regenwürmern, Fallobst, Mais und Nüssen. Dachse legen riesige Gangsysteme an, sogenannte Dachsbaue.

Wo? Dachsbaue befinden sich vor allem in Hohlwegen. Diese findet man nur im Süden der Provinz Limburg. Die größte Dachspopulation ist im Savelsbos bei Maastricht zu Hause.

Wann? Dachse sind echte Nachteulen und deshalb vor allem nachts aktiv. In der Dämmerung kommen sie aus ihrem Bau, ab Mitte April in Begleitung der jungen Dachse.

Wie? Mit einem Nachtsichtgerät können Sie Dachse auch nach Einbruch der Dunkelheit beobachten. Ob sich Dachse in einem Bau befinden, sehen Sie daran, dass aufgewühlter Sand um den Eingang herum liegt. Stören Sie aber niemals die (jungen) Dachse bei ihrem natürlichen Verhalten!

Big Five Nummer5

Der Fuchs

Wer? Dieser Nachtjäger aus der Familie der Hunde hat ein prächtiges rotbraun-weißes Fell. Leider wird er dafür seit Menschengedenken gejagt. Geächtet hingegen ist er als notorischer Hühnerdieb. Füchse leben in Höhlen, die sie selbst graben, oder in verlassenen Höhlen von Kaninchen oder Dachsen. Sie sind waschechte Opportunisten und töten manchmal auch mehr Tiere, als sie zur eigenen Ernährung brauchen.

Wo? Füchse leben in ganz Limburg und nicht nur in Naturschutzgebieten – denn es zieht sie zunehmend auch in städtische Gebiete. In relativ großen Populationen leben sie in den Naturschutzgebieten Leudal und De Groote Peel.

Wann? Füchse kann man grundsätzlich das ganze Jahr über beobachten. Sie sind nachtaktiv, suchen aber auch am Tag nach Nahrung. Ein ganz besonderes Highlight ist ein Fuchs im Schnee.

Wie? Der Wachturm Belfort Vossenberg ist ein erster guter Ort, um nach Füchsen Ausschau zu halten.

Allgemeine Tipps zur Wildtierbeobachtung in Limburg:

  • Seien Sie geduldig.
  • Versuchen Sie es morgens oder abends.
  • Vermeiden Sie raschelnde Kleidung in auffälligen Farben.
  • Schalten Sie Ihr Telefon aus oder lautlos.
  • Vermeiden Sie Parfüm.
  • Verschrecken Sie die Tiere nicht.

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