Die Geschichte Limburgs in 5 Minuten

Die Geschichte Limburgs in 5 Minuten

Wenn man die Vergangenheit kennt, wird Limburg noch interessanter. Limburg als Provinz ist eine der jüngeren Provinzen der Niederlande; sie ist erst etwa 150 Jahre alt. Im heutigen Gebiet Limburgs hat sich viel mehr ereignet. Wenn Sie in die spannende Geschichte Limburgs eintauchen, werden Sie sehen, wo die Geschichten aus der Vergangenheit in der Provinz auch heute noch lebendig sind!

Jäger und Sammler in Limburg

Vor etwa 250.000 Jahren lebten dort, wo heute Maastricht liegt, Nashörner. Als Jäger und Sammler mussten die ersten Limburger um ihr Leben fürchten. Dennoch erwies sich dieser nomadische Lebensstil als erfolgreiches Konzept: Man folgte seiner Ernährung. Vor 12.000 Jahren standen durch klimatische Veränderungen wieder andere Tiere auf dem Speiseplan, zum Beispiel Rentiere, denen man bei ihrem Zug durch Limburg in der Gegend des heutigen Ortes Linne auflauerte.

Urgeschichte in Limburg? Besuchen Sie das Naturhistorische Museum in Maastricht!

Die ersten Bauern Europas

Als der reichhaltige Limburger Lössboden entdeckt wurde, entstand (5000 Jahre v. Chr.) in den Niederlanden die erste Landwirtschaft. In der Region um Elsloo, Stein, Sittard und Geleen ließ es sich gut leben. Die ersten Bauern wurden Bandkeramiker genannt. Sie buken Gefäße mit schönen, typischen Mustern. Zu zerbrechlich für ein Leben als Nomade, doch sehr praktisch im Haushalt eines Landwirts …

Bandkeramiker in Limburg? Besuchen Sie das Streekmuseum (Regionalmuseum) in Elsloo!

Römer an der Macht

Den Römern haben wir – vor allem in Limburg – sehr viel zu verdanken. Sie legten Straßen an, darunter die Via Belgica, und brachten über diese Straßen Wissen und Reichtümer des Römischen Reichs nach Limburg. In der Umgebung der Brücke über die Maas entstand die Stadt Maastricht und an der Kreuzung zweier Straßen entstand Heerlen. Auch in der Römerzeit wurde der reichhaltige Lössboden umfassend genutzt: Das Urkorn Dinkel wurde im großen Maßstab angebaut und löste in (Süd-) Limburg eine landwirtschaftlich geprägte Entwicklung aus.

Römische Vergangenheit in Limburg? Besuchen Sie das Thermenmuseum in Heerlen und entdecken Sie die Via Belgica!

Klöster und Schlösser

Hier geht es natürlich um das Mittelalter. Es erstreckte sich über einen langen Zeitraum, vom Jahr 500 bis 1500, in dem die Gesellschaft überwiegend landwirtschaftlich geprägt war. Es herrschte das Feudalsystem des Lehnsherren und Lehnsmannes. Der christliche Glauben und die kaiserliche Verwaltung (man denke an Karl den Großen) sorgten auch in Limburg für Stabilität und Wachstum. Es heißt, Karl der Große habe schon Limburger Mundart gesprochen! Seine Residenz lag nicht weit entfernt: in Aachen in Deutschland.

Das Mittelalter in Limburg? Besuchen Sie Schloss Hoensbroek!

Bockreiter, Teufel in der Nacht

Eines der spannendsten Kapitel der Geschichte Limburgs ist das der Bockreiter. Es hieß, diese satanische Räuberbande fliege nachts auf Böcken und habe ihre Seele an den Teufel verkauft. Sie überfielen Kirchen und große Bauernhöfe und säten in der Region große Angst. Schulzen (die damalige Polizei) veranstalteten eine richtige Treibjagd auf die Bockreiter. Mit mittelalterlichen Foltertechniken wurden bei der Ergreifung eines Bandenmitglieds die anderen Namen ermittelt, doch wie zuverlässig waren solche Geständnisse? Dutzende von „Bockreitern“ wurden zum Tode verurteilt und auf grausame Weise exekutiert…

Mehr über die Geschichte der Bockreiter erfährt man in der Gemeinde Beekdaelen.

Die französische Zeit in Limburg

Interessant zu wissen ist, dass bestimmte Teile Limburgs zuerst unter römischer, spanischer und französischer Herrschaft standen. Später noch unter österreichischer und deutscher, bevor sie vor etwa 150 Jahren zu den Niederlanden gehörten. In der französischen Zeit (1794 - 1814) kam es in Limburg durch die Einführung der Gleichheit für alle Bürger, des Wahlrechts und der Freiheit zu ziemlichen Veränderungen. Die Französische Revolution machte sich auch hier bemerkbar.

Die französische Zeit in Limburg? Besuchen Sie die Fluweelengrotte in Valkenburg. Dort befindet sich eine Schutzkapelle aus der französischen Zeit.

Industrielle Revolution

Im 19. Jahrhundert setzte in Limburg die industrielle Revolution ein. Mit der Einführung der Elektrizität und Dampfmaschinen kam es zu großen Veränderungen im Alltag: Im Haushalt und auf der Arbeit änderte sich vieles. Häusliche Gewerbebetriebe gingen zurück, da man nicht mehr alles selbst anfertigen musste, sondern in Fabriken hergestellte Artikel kaufte. Oft von dem Lohn, den man erst als Landwirt und nun als Fabrikarbeiter verdiente. Limburg stand im Zeichen der Keramik und der Gewinnung von Steinkohle. Die Bergbauindustrie war von nationaler Bedeutung.

Industrielle Revolution in Limburg?

  • Besuchen Sie das niederländische Bergbaumuseum Nederlands Mijnmuseum in Heerlen. Hier gewinnt man einen einzigartigen Einblick in das unterirdische, aber auch oberirdische Leben, das jahrzehntelang im Zeichen der Steinkohle stand.
  • Auch sehr schön ist eine Fahrt auf der Bahnstrecke Miljoenenlijn. Hier fährt noch ein historischer Dampfzug quer durch das Heuvelland.

Moderne Zeiten

Die industrielle Revolution trug in hohem Maße zur Entwicklung von Städten in Limburg bei. Heerlen ist dafür ein extremes Beispiel. Die Stadt erlebte durch die vielen tausend zusätzlichen Bergbauarbeiter ein explosives Wachstum. Der damalige Bürgermeister hatte die Aufgabe, aus dem Dorf Heerlen eine moderne Stadt zu entwickeln. „Altmodische“ Gebäude wie sie in Maastricht, Sittard und Roermond erhalten blieben, wurden für modernistische Gebäude wie das Royal Theater und den Glaspaleis (Glaspalast) abgerissen.

Möchten Sie das modernistische Limburg erkunden? Besuchen Sie den Glaspaleis in Heerlen. Die Ausstellung „U bevindt zich hier“ (Sie befinden sich hier) nimmt Sie mit in die Geschichte dieses architektonischen Glanzstücks.

Die Weltkriege und der Wiederaufbau

Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs herrschte in Limburg wie in ganz Europa eine schwere Zeit. Vor allem der Zweite Weltkrieg hinterließ einen tiefen Eindruck. Durch den Vormarsch der Alliierten vom Süden her entging Limburg dem Hungerwinter und wurde im September 1944 befreit. Der Wiederaufbau konnte beginnen. Dabei kam dem Limburger Steinkohlebergbau eine bedeutende Rolle zu, sowohl in Limburg als auch in den Niederlanden insgesamt.

Der Zweite Weltkrieg in Limburg? Besuchen Sie das Kriegsmuseum Eyewitness in Beek, wo man Augenzeuge der europäischen Geschichte des Zweiten Weltkriegs ist.

Ab den Sechzigerjahren …

Nach dem Wiederaufbau blieb den Menschen mehr Lohn, sodass sie jeden Tag Fleisch auf den Tisch stellen und Neuheiten wie einen Fernseher, Kühlschrank und ein Auto anschaffen konnten. Der Kirchenbesuch wurde - sogar in Limburg - weniger populär. Aufgrund der günstigen, ausländischen Kohle und des Gasvorkommens in der Gemeinde Slochteren bei Groningen schlossen die Limburger Zechen. Als Reaktion darauf wurde mit staatlichen Mitteln unter anderem die Universität Rijksuniversiteit Limburg gegründet (später Maastricht University) und wurde DSM (Dutch State Mines) zu dem enormen Chemiekonzern entwickelt, der er heute ist. Nord-Limburg entwickelte sich inzwischen zu einer führenden Agrarregion mit viel Garten- und Ackerbau.